Es gibt in Japan einige alte Schmeidestandorte, die durch viele Jahrhunderte hindurch hohe Anerkennung wegen ihrer ausgezeichneten Qualität von Messern erlangt haben. Die Provinz "Echigo" im nördlichen Zentral-Japan gehört dazu. Echigo ist die alte Bezeichnung für diesen Standort, der auf eine mehr als 700 Jahre alte Tradition im Schmieden zurückblicken kann. In der Stadt Sanjo lebt und arbeitet die Familie Hinoura als Klingenschmiede. Tsukasa Hinoura ist in der dritten Generation Schmied, der sich als "Hamono-kaji", als Messerschmied für handgefertigte Messer von höchster Qualität versteht. Seine Messer werden vom ersten bis zum letzten Handgriff lückenlos von ihm selbst hergestellt. Als Garant tragen daher alle seine Messer seinen Namen "Tsukasa" in Kaji-Zeichen auf der Klinge eingraviert. Hinouras Messer sind in Warikomi-Technik geschmiedet. Bei dieser Art des Schmeidens wird der 32-lagige Mantel glühend erhitzt, aufgespaltet und der Kohlenstoffstahl als Kern eingefügt. Dieser hoch härtbare Kern bildet die Schneide und hat eine Härte von ca. 63-64 HRC. Hinouras Art des Damastes heißt "Kitae-ji". Der Damastmantel besteht aus zwei verschiedenen Maserungen, sowohl Längs- als auch an Holzmaserungen erinnernde Muster. Um dies herauszubringen, werden zwei Varianten des Hämmerns verwendet: Bei "Masa-me", dem Längsmuster, wird das Materialpaket von Eisen und Stahl nur der Länge nach gefaltet und auf der Seite gehämmert, auf der die Schichten sichtbar sind. Bei "Ita-me" faltet man längs und quer, wobei die einzelnen Stahlschichten mit sehr harten Hammerschlägen miteinander verschweißt werden. Dadurch gehen die Lagen ineinander über und man erhält das typische Muster der Holzmaserung. Hinoura-san hat diese beiden Varianten beim Schmieden miteinander durch Torsion verbunden und so ein wunderschönes Damastmuster erzeugt. Der Griff aus geflammtem Kastanienholz mit Hornzwinge ist eine gelungene Ergänzung zum Stil diese starken Damastes.